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Rückblick Kenya-Jahr 2017 PDF Drucken

Newsletter Projekt Connecting Youth – Jugend in Eurafrika e. V. Jahresrückblick 2017

Auch im Jahr 2017 ist das Kenia-Projekt an der Christiane-Herzog-Schule in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern wieder fleißig gewachsen und hat sich entwickelt. Nachdem 2016 eine Gruppe kenianischer Schülerinnen und Schüler mit der Schulleiterin der BSGHS, Sr. Jane, sowie Titus und Augustine vom MCFp für zwei Wochen in Deutschland waren, war 2017 wieder ein ISAK-Jahr mit vielen spannenden Eindrücken und Begegnungen. Aber auch in den Partnerprojekten hat sich viel getan.

Lasst Euch also erzählen, was das Jahr 2017 für alle Kenia-Mitglieder geboten hat:

Schulpartnerschaft Christiane-Herzog-Schule – Bishop Sulumeti Girls High School

Die Schulpartnerschaft hat sich im letzten Jahr weiter entwickelt und ist nun eine stabile, gut etablierte Partnerschaft. Nachdem 2015 mit Sister Jane (Jenofefa Amukoye) eine neue Schulleiterin an der BSGHS eingesetzt wurde und sich daraus sehr viele Veränderungen zum Positiven ergeben hatten, ist nun 2017 auch die stellvertretende Schulleiterin ausgetauscht worden.

Mrs. Doris Millicent Makokha hat zuvor an der Mukumu-Girls-High School unterrichtet und ist bei den Schülerinnen sehr beliebt. Zusammen mit Sr. Jane bildet sie nach unseren Eindrücken ein gutes Leitungsteam, das auch dem Gedanken des Student Council und des humanen Umgangs mit den Schülerinnen offen gegenüber steht. Nach eigenen Beobachtungen und nach Berichten der Schülerinnen hat sich die Zahl der Kolleginnen an der BSGHS die nach wie vor die Prügelstrafe praktizieren deutlich reduziert, die Schülerinnen und auch das Kollegium begegnen uns freier und offener als in den Jahren zuvor.

Im Rahmen der ISAK 2017 konnten die Projektschülergruppen der beiden Schulen wieder verschiedene gemeinsame Ideen in die Tat umsetzen. Nach wie vor steht das Student Council Projekt unter der Leitung von Titus und Augustine vom MCFp bei den Begegnungen im Vordergrund. Mit Hilfe der Spenden aus dem letzten Spendenlauf an der CHS 2016 konnte ein Treffen mit der Incoming-Gruppe 2016 ermöglicht werden. Es war spannend zu sehen und zu erleben, wie sich die Teilnehmer/innen im Laufe des letzten Jahres entwickelt hatten und was sie im Rahmen Ihrer Student-Council-Tätigkeit an ihren Schulen verändern konnten.

Da aufgrund der Wahlen der sonst immer in der zweiten Augustwoche stattfindende nationale Schulwettbewerb (Musikfestival) dieses Jahr um zwei Wochen vorverlegt wurde und zudem noch in Kakamega stattfand, hatten wir dieses Jahr die einmalige Gelegenheit das Abschlussfest dieses Großereignisses mitzuerleben. Die Vielfalt an Darbietungen aus dem Bereichen Tanz, Musik und Literatur, sowohl national als auch international hat uns sehr beeindruckt und uns wieder einmal die großen Unterschiede zwischen dem kenianischen und dem deutschen Schulsystem gezeigt. Auch unsere Partnerschule war sehr erfolgreich und konnte im Deutsch-Wettbewerb zum wiederholten Mal den ersten Platz belegen.

Bedingt durch den Wettbewerb waren allerdings leider auch fast alle Schülerinnen unserer Partnerschule bereits in die Ferien geschickt worden, um Unterkünfte für die Schülerinnen der anderen Schulen zu schaffen. Daher hatte wir dieses Jahr kein großes Willkommensfest und konnten auch den Unterricht nicht besuchen, aber dafür hatten die Deutsch-Schülerinnen, die noch an der Schule waren, auch viel Zeit für die gemeinsame Projektarbeit.

In den Tagen der Begegnung wurde daher zusammen auf dem Markt eingekauft, deutsche und kenianische Spezialitäten wie z.B. Currywurst und Ciabati gekocht, der Deutschraum wurde gestaltet und mit 4 Computern, einem Drucker, Strom- und Internetanschluss ausgestattet.

Spiele und gemeinsame Ausflüge in den Regenwald und an den Mount Elgon ermöglichten Freizeit und Freiraum für Gespräche und Austausch.

 

Ein großes Fest war dann endlich, endlich nach über 5 Jahren Bauzeit, die feierliche Eröffnung der im Rahmen der ISAK 2011 begonnenen Bibliothek. Das Gebäude ist seit Ende 2016 fertig und wurde auch schon genutzt. Zusammen mit den Volontären Max und Josepha haben Schülerinnen der BSGHS noch die Außenwände gestaltet. Mit einem großen Fest mit Gottesdienst, Pflanzen von Freundschaftsbäumen und leckerem Essen konnte das Gebäude nun durch unseren Ehrengast Jane Muhoho offiziell der Schule übergeben und auf ihren Namen „Johannes Pousset Memorial Library“ getauft werden. Der Name soll an den Ursprung der Partnerschaft zwischen unserem Projekt und dem Gründer der Schule Bishop Philip Sulumeti erinnern. Raimunds Vater Johannes hat mit der Aufnahme von Philip in seine Familie den Grundstein für alles gelegt. Ein großes Bild, gestaltet von Christopher Breymann, das die Entwicklung der Schulpartnerschaft und des Gebäudes über die Jahre hinweg zeigt, schmückt nun eine Wand. Wir sind froh, diesen finanziellen Kraftakt gemeistert zu haben und danken an dieser Stelle nochmals allen Spender/innen der letzten Jahre.

Derart große bauliche Verpflichtungen wollen wir mit der Partnerschaft in der nächsten Zeit nicht eingehen, sondern Arbeits- und Finanzkraft lieber in den Schüleraustausch sowie in das Student Council Projekt und damit in politische und soziale Bildung investieren.

Zum Ende des Schuljahres 2017 ist auch die Deutschlehrerin Mrs. Purity Bagada wieder an die BSGHS zurückgekehrt. Purity hat Mitte 2017 Zwillinge bekommen: Benjamin und Alexander. Titus, Chris und ich konnten Sie und die Kinder in Homa Bay bei ihrer Schwiegermutter besuchen. Es geht ihr gut, inzwischen hat sie eine kleine Wohnung in Kakamega und arbeitet wieder.

Vertreten wurde sie an der BSGHS durch John Vitovo, der uns während der ISAK sehr gut betreut und mit seinem nahezu fehlerfreien Deutsch überrascht hat.

Zu guter Letzt kann zur Schulpartnerschaft noch gesagt werden, dass die BSGHS auch aufgrund unserer Partnerschaft und des Student Council Projektes zur „School of Excellence“ ernannt wurde. Dies ist die Vorstufe zur „National School“ und damit zu einer Eliteschule des Landes. Verbunden damit ist eine höhere finanzielle und personelle Förderung der Schule durch den Staat. Feststellen kann man das schon an dem neuen Verwaltungsgebäude und dem nun sehr aufwändig gestalteten Eingangstor.

 

Patenschülerinnen und -studenten

Seit Beginn der Schulpartnerschaft lebt und wächst die Idee, unsere Verbundenheit auch durch die Vergabe von Schulstipendien auszudrücken.

Die ersten „Patenschülerinnen“ des Projektes, die Zwillinge Fauziah und Feiziah, finanziert von Raimund, haben die Schule 2015 beendet. Feiziah studiert inzwischen Deutsch auf Lehramt, Fauziah arbeitet als Hilfslehrerin für Deutsch an der Bishop Sulumeti Girls High School, da die Familie nicht genug Geld aufbringen kann um beide Mädchen gleichzeitig an die Hochschule zu schicken. Fauziah muss daher warten, bis ihre Schwester das Studium beendet hat.

Da Fauziah eine sehr gute Schülerin war und uns auch beim unserem Besuch 2017 sehr unterstützt hat, wären wir froh eine/n Sponsor/in für Fauziah zu finden.

Aktuell werden aus dem Projekt vier Schülerinnen an der BSGHS unterstützt und ein Student an der Universität Kakamega:

Diana Dele Nita: Dele war mit der Incoming-Gruppe 2016 an der CHS und hat sehr von dem Austausch profitiert. Sie hat nun am Ende des Jahres eine sehr gute Abschlussprüfung abgelegt und hat damit die Hochschulzugangs-berechtigung erhalten. Finanziert wurde Dele´s Stipendium von den Gastfamilien, bei denen sie 2016 gewohnt hat. Familie Annecke und Familie Schilling haben hälftig das 3. Schuljahr finanziert, das 4. Schuljahr wurde anteilig von den Familien Annecke, Schilling und Christ bezahlt.

Grace Nabalayo ist begeisterte Deutsch-Schülerin an der BSGHS, war ebenfalls 2016 mit der Gruppe in Deutschland. Grace hat Ihre Deutsch-Prüfung mit guten Noten abgeschlossen, leider aber durch weniger gute Noten in den anderen Fächern die Hochschulzulassung mit ihrem High-School-Abschluss nicht erreicht. Ihre Zukunft ist im Moment daher noch ungewiss.

Finanziert wurde Grace Stipendium von Raimund Pousset.

Lenah Atieno ist die „CHS-Patenschülerin“. Lenah geht seit Januar 2018 in die 4. Klasse, wird also am Ende dieses Jahres Ihren Abschluss machen. Lenah ist das jüngste von 4 Kindern einer alleinerziehenden Mutter und eine sehr gute Schülerin, wenn auch aufgrund ihrer Familiengeschichte mit schweren psychischen Problemen kämpfend. Lenah träumt davon nach der Schule Jura zu studieren. Als Richterin möchte Sie dazu beitragen die Korruption in ihrem Heimatland zu bekämpfen. Lenahs Stipendium wird aus dem CHS-Spendenlaufgeld, sowie einer sehr großzügigen Spende von Peter Resch finanziert.

 

Olympia besucht nun seit Januar 18 die zweite Klasse der BSGHS und lernt mit Begeisterung Deutsch. Auch Olympias Mutter ist alleinstehend und könnte das Schulgeld für Ihre Tochter ohne das Stipendium nicht finanzieren. Olympias Stipendium wird von unserer lieben Kollegin und Mitconnecterin Dr. Ulrike Egerer bezahlt.

 

 

Ein Schuljahr an der BSGHS kostet seit 2017 500.- Euro

Jim Kokonya ist ein Student Council-Schüler der ersten Stunde und hat als erster ausgebildeter Schülersprecher seiner Schule (St. Thomas Aquinas Madende High School), durch Vermittlung zwischen Schulleitung und Schülerschaft das berüchtigte „School-Burning“ an seiner Schule verhindern können. Jim hat 2016 die High School mit sehr guten Noten abgeschlossen und stand danach auf der Straße, da seine Eltern im Slum leben. Das Förderprogramm, das ihm den High-School-Abschluss ermöglicht hat, bietet keine Hochschulförderung an.

Dank der Förderzusage und Fördervermittlung der beiden Gastfamilien, die Jim während des Incomings 2016 beherbergt hatten, kann Jim nun die Hochschule in Kakamega besuchen. Er studiert Ökonomie und träumt davon sich mit einer kleinen Firma selbständig zu machen um dann anderen jungen Menschen eine Chance geben zu können.

Jim wird unterstützt von Birgit Krawczyk; Familie Combé; Ute Stegmüller-Kühner sowie der Firma DSH Dienstleistungs- und Demontage-Service Heiler.

Jim wird pro Jahr mit insgesamt 1200.- Euro unterstützt. Damit sind die Studiengebühren, sowie die Unterbringung in einem Schlafsaal der Universität abgedeckt. Das Studienmaterial sowie Bücher und Verpflegung während der Ferien finanziert Jim selbst durch Ferienjobs.

 

Auch die anderen Incoming-Schülerinnen haben die Schule inzwischen abgeschlossen und sind auch z.T. schon im Studium.

Marion war unter den landesbesten Absolventen 2016 und studiert Medizin. Sie wird von dem Programm der Equity-Bank unterstützt.

Dimetrias hat ebenfalls sehr gut abgeschlossen und studiert mit einem Landesstipendium Gender Studies in Mombasa.

Abby hat einen guten aber keinen brillianten Abschluss hingelegt, sie wusste im Sommer noch nicht so genau wie sie weitermachen wollte.

Mary hat nun im Dezember die High-School Prüfung gemacht

Von Joan wissen wir nichts.

MCFp/Student Council

Die NRO „Mathare Children Fund panairobi“ hat sich in den letzten beiden Jahren zum äußerst wichtigen „dritten Partner im Bunde“ für die Connecting-Youth-Gruppe entwickelt. Da Titus Mwangi als Projektmanager (bis Ende 2017) der NRO seit der ISAK 2105 Tour-Organisator und auch Mitbetreuer ist, hat sich die Zusammenarbeit vertieft.

Der MCFp ist nach wie vor in den beiden Hauptprojekten „Rehabilitation, Bildung und sinnvolle Freizeitgestaltung für Kinder des Mathare-Slums“ und „Teenage-Mothers“ aktiv.

Die Sparte „Straßenkinder“ sorgt für die Rehabilitation von Kindern, die bereits auf den Straßen des Slums leben, als auch für das Auffangen gefährdeter Mathare-Kinder. Die Kinder erhalten eine Grundbildung und werden dann in einer jeweils passenden Schule untergebracht. Für die schulfreie Zeit organisiert MCFp sinnvolle Freizeitaktivitäten, aber auch durch den Aufbau einer Bibliothek Nachhilfe und das Auffüllen schulischer Lücken. Nach der Schulzeit werden die Jugendlichen in eine Ausbildung oder ein Studium vermittelt.

Das Programm Teenage Mothers nimmt junge Mütter zwischen 12 und 20 Jahren aus Mathare auf. Je nach Alter wird den Mädchen und jungen Frauen das Nachholen des Schulabschlusses, sowie im Anschluss daran eine Ausbildung zur Näherin oder Friseurin ermöglicht. Die Frauen können sich damit selbständig machen und sich und ihren Kindern eine Lebensgrundlage bieten. Innerhalb des MCFp stellen die Teenage Mothers auch verschiedene Artikel her, wie z.B. Einkaufstaschen aus Stoff oder auch aus Tetra-Packs. Neu ist die Sparte der wieder verwendbaren Monatshygiene-Artikel. Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Durch den Verkauf der Artikel finanziert sich das Projekt teilweise selbst, durch die kostenlose Abgabe der Artikel kann mittellosen Mädchen ein nicht durch die Monatsregel unterbrochener Schulbesuch ermöglicht werden. Im Rahmen der ISAK konnten wir dieses Jahr die feierliche Zeugnisübergabe und Verabschiedung der diesjährigen Teenage-Mothers miterleben.

 

Seit 2015 ist unser gemeinsames Projekt das „Student Council“. Dieses Projekt hat das Ziel, zunächst an ausgesuchten Projektschulen durch Workshops für Schüler/innen, Lehrer/innen und Schulleiter/innen zu den Themen Kommunikation und Konfliktlösung, sowie durch den Aufbau demokratisch gewählter Schülerparlamente an den Schulen, dem Problem der in erster Linie durch völlig fehlende Mitgestaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten der Schüler/innen ausgelösten Gewalt zwischen Lehrkräften und Schüler/innen und der dadurch bedingten hohen Abbruchquote begegnen. Ein weiteres Ziel ist die politische Bildung der Schülerinnen und Schüler.

In den ersten beiden Jahren wurden 5 Schulen, darunter auch die BSGHS, in das Projekt aufgenommen und beim Aufbau der Schülerparlamente betreut. Erste Erfolge wie ein Rückgang der Lehrergewalt, sowie vermehrten Einfluss der Schüler/innen können beobachtet werden. So wurden z.B. an der St. Paul Erusui Girls High School neue Toiletten gebaut, die wir bei einem Besuch im Rahmen der ISAK 17 auch besichtigen konnten, an der St. Thomas Aquina Madende HS konnte ein School-Burning durch Verbesserung des Schulessens erreicht werden. An der Mukumu-Girls-High-School sowie an der BSGHS versuchen sowohl die Schülersprecher, als auch die Lehrkräfte bei Disziplinschwierigkeiten das Gespräch zu suchen und körperliche Gewalt zu vermeiden.

Inzwischen haben die ersten Schülersprecher ihre Schulen verlassen und sollen als Multiplikatoren an neuen Schulen eingesetzt werden.

Die Schülersprecher/innen der Student Council-Schulen waren 2016 beim Incoming an der CHS mit dabei. Das Thema dieser Begegnung war dementsprechend auch „Menschenrechte und demokratische Schülermitverwaltung an den Schulen in Kenia und Deutschland“.

 

Eine einschneidende Veränderung hat sich Ende des Jahres 2017 am MCFp durch Titus Weggang ergeben. Titus hat eine Green-Card für die USA gewonnen und wird nun versuchen dort beruflich Fuß zu fassen. Er bleibt dem MCFp und Connecting Youth jedoch verbunden und organisiert weiterhin Projekte mit. Augustine hat die Leitung des Student Council Projektes übernommen und wird auch die Incoming-Gruppe 2017 betreuen.

 

ISAK 2017


Der Start der ISAK 2017 war von organisatorischem Chaos und vielen Sorgen überschattet. Verantwortlich für das Durcheinander waren wir aber zum Glück nicht selbst, sondern die mangelhafte Organisation durch das ENSA-Programm des BMZ.

Dieses an sich sehr positive Programm, das uns bereits mit finanzieller und ideeller Förderung durch das Incoming 2016 begleitet hat, bzw. die für das Programm Verantwortlichen am BMZ, haben Wochen nach der Vertragsunterzeichnung und zwei Wochen vor Abflug plötzlich festgestellt, dass in der Woche nach der ISAK in Kenia Wahlen sind und damit die Sicherheitslage keine Schülerreisen vor der Wahl zulässt. Die Sicherheitslage war zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung zwar auch nicht anders gewesen und weder die deutsche Botschaft, noch das Auswärtige Amt, noch George Muhouo, der Onkel des amtierenden Präsidenten, teilten die Sorgen des BMZ, aber es war nichts zu machen und der Fördervertrag wurde einseitig aufgelöst.

Nachdem alle Eltern jedoch der Reise erneut zugestimmt und sich bereit erklärt hatten die Mehrkosten zu tragen, sowie unser Alumni-Verein die Projektkosten übernommen hatte, konnten die bereits gebuchten und bezahlten Flüge zum Glück angetreten werden und die ISAK ihren Verlauf nehmen.

Natürlich hat sich dann auch bestätigt, was alle Fachleute zuvor gesagt hatten: Vor der Wahl war es ruhig im Land, Unruhen gab es nach der Wahl, als wir längst wieder zuhause waren. Da waren wir doch froh, den Empfehlungen des BMZ, die Reise auf einen Zeitpunkt nach der Wahl zu verschieben nicht gefolgt zu sein. In den Monaten nach der Wahl hätte ich nicht mit einer Schülergruppe im Land sein wollen.

Zur Ehrenrettung des ENSA-Büros muss man sagen, dass die Leiterin des Programms, Frau Kalhorn, extra nach Heilbronn gekommen ist um den Eltern und uns die Situation zu erklären und damit auch die Verantwortung für den Schlamassel übernommen hat. Und es wird uns durch das Programm nun als Ersatz das Incoming 2018 unterstützt, obwohl wir 2018 eigentlich in einer Förderpause wären.

 

Die ISAK selbst war wie immer eine bereichernde schöne Reise durch das Land und zu den mittlerweile engen Freunden. Am Verlauf haben wir nicht viel geändert, neu war dieses Jahr, dass wir aufgrund der ENSA-Warnungen unsere bereits gebuchte Unterkunft in Nairobi gegen einen Aufenthalt in Jean Muhohos Schule Compuera Mang`u Girls High School getauscht haben. Dadurch hat sich ein sehr netter Kontakt zu der Schule, den wir 2004 schon einmal aufgenommen und wieder verloren hatten, ergeben. Neu war auch, dass wir den Abschluss der Fahrt nicht in die Masai Mara, sondern nach Samburu gelegt hatten. Diese sehr trockene, weiter im Norden Richtung Turkana gelegene Region Kenias ist sowohl räumlich als auch, bzw. vor allem in Bezug auf den Lebensstil der Menschen unendlich weit von Nairobi und Kakamega entfernt. Wir konnten dort dank Titus Vermittlung in einem Samburu-Dorf übernachten und auch eine Samburu-Hochzeit mitfeiern. Nachdem man erlebt hat, wie sich der Alltag der Menschen dort im Vergleich zu den weiter südlich liegenden Städten Kenias unterscheidet, wundert man sich, dass das Land trotzdem so etwas ähnliches wie eine politische Zentralregierung auf den Weg bringen kann.

Neu war auch das Team. Nachdem Chris Breymann auf der ISAK 2015 erstmals dabei war und inzwischen fest zum Team gehört, war Corina Steimle, Englisch- und GGK-Lehrerin an der CHS erstmals mit dabei und gleich voll im Einsatz. Corina hat sich als Kontakt-Pflege-Mittel J erwiesen und erleichtert uns den Kontakt zwischen allen Beteiligten zwischen den Begegnungen erheblich.

Titus als Organisator und Mitbetreuer war diese Mal zum ersten Mal ohne Raimund voll verantwortlich und hat seinen Job super gemacht.

Dafür hat Raimund nun nach vielen Jahren der gemeinsamen Auf- und Ausbauarbeit seinen Teil-Abschied von der ISAK, wenn auch zum Glück nicht vom Projekt genommen. Er war zur gleichen Zeit wie wir in Kenia und was besonders schön war, auch bei der Eröffnung der Bibliothek in Kakamega mit dabei, hat uns aber nicht mehr auf der ganzen Reise begleitet. Mit seiner Hilfe konnte auch eine erkrankte Schülerin sicher vom Mount Kenia nach Nairobi und dort zum Flughafen gebracht werden. Zudem hat er nach wie vor die Finanzplanung übernommen und damit entscheidend zum Erfolg der ISAK beigetragen.

Danke Dir Raimund für alles und für alles was noch kommt.

 

Einen weiteren Generationenwechsel gibt es auf der afrikanischen Seite. Unseren kirchlichen Kontakt zur Partnerschule und Vermittler bei Fragen ist nun nicht mehr Bishop Philip Sulumeti, sondern sein Neffe und ebenfalls Priester, Father Alex Okware. Alex haben wir kurz vor seiner Priesterweihe bei der ISAK 2011 bereits kennen gelernt. Er macht gerade seinen Master in Kommunikations-wissenschaften und wird auch eine der Incoming-Gruppen der nächsten Jahre mit begleiten.

Neu aufgenommen wurde bei der ISAK 2017 der Kontakt zur Künstlergruppe Regina caeli Youth Ministry Arts. Die Gruppe hat ihren Sitz in Karen und wird betreut von Nema Aluku (Nema ist die Frau vom kleinen Philip, der älteste Neffe vom Bishop Philip). Das Kunstprojekt möchte Kinder aus Familien unterschiedlicher sozialer Schichten zur Musik und Theater zusammen bringen und hatte vor wenigen Wochen mit dem Stück „Souls“ in Nairobi einen großen Auftritt.

Es ist geplant, beim Incoming 2018 auch zwei Schüler/innen dieser Gruppe mit einzuladen. Eventuell kann auch die künstlerische Leiterin, Mrs. Veronika Agape Mbaya mitkommen und mit der Incoming-Gruppe ein kleines Theaterstück einstudieren.

weitere Projekte und Projektpartnerschaften

Unverändert bestehen die Kontakte zum ICIPE in Nairobi und Mbita Point, sowie zu den deutschen Ärzten.

Auch die Sarakasi-Tanz und Artistik-Gruppe und die Percussion-Gruppe Zingaro im Mathare Valley habe wir 2017 wieder besucht, sowie der Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder im Mathare. Der St. Maurus Special School haben wir eine Spende über 200.- Euro für Lernmittel zukommen lassen. St. Maurus ist eine vorzügliche und beliebte Einrichtung für unsere Volontäre.

Ebenfalls über das Volontariat sind uns das Waisenhaus Divine Providence in Kakamega, sowie der Orden der Sisters of Mary of Kakamega weiter verbunden.

Zwei neue Partner sind die Compuera Mang`u Girls High School in Thika, sowie die Gruppe Regina caeli Youth Ministry Arts in Karen.

Volontäre

Nachdem Tim Holzapfel, Petra Probsdorfer und Nicole Rechkemmer als erste selbständige Volontäre 2015/16 in verschiedenen Einrichtungen unterwegs waren, wagten 2017 Max Widenmeyer und Josepha Bleibdrey ihr kenianisches Abenteuer. Die beiden verbrachten ihre Zeit in folgenden Einrichtungen:

BSGHS, Divine Providence Orphanage Kakamega, St. Maurus Special School Mathare, Zingaro, Sarakasi, verschiedene Einrichtungen in Kisii, sowie ein Waisenhaus in Mombasa. In Bälde wird auf der CHS-Homepage, sowie auf der Vereinshomepage ein Bericht der beiden zu lesen sein. Besuchen kann man auch die beiden Blogs der Volontärgruppen:

http://3kenyavolunteers.blogspot.de/

http://volunteer-einsatzinkenia.jimdo.com/projekte/

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Gebern großer und kleiner Spenden für alle Aktivitäten des Vereins. Das Geld kam an und wurde in den beschriebenen Projekten zu 100% eigesetzt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 30. April 2018 um 21:17 Uhr